REFLEXIONEN 

Gesucht hatte ich ein Hobby, mit Bewegung, am liebsten draußen. Vor allem sollte es in der betriebenen Zeit meine volle Konzentration fordern, damit der Kopf frei wird und meine Gedankenspirale eine Auszeit von meiner Selbständigkeit bekommt.Versucht habe ich es dann mit normalem Reiten. Mit Tieren zusammen sein war toll und sportlich war es auch. Aber das meine Hacken immer in die Pferderippen stossen sollten, war mir sehr zuwider. Ebenso das doch vom Reitlehrer öfters angewiesene „Jetzt zieh doch mal richtig an den Zügeln!“ erinnerte mich an meine Teenagerzeit mit der Zahnspange – wenn da jemand drangezogen hätte, dem hätte ich es aber ganz schön zurück gegeben! All diese Dinge zusammen führten dazu, dass ich mich nach etwa 15 Reitstunden im regulären Reitunterricht immer schlechter fühlte, als wäre ich ein Tierquäler.

Durch Zufall kam ich für einen Tag in ein MPL-Basis-Seminar und entdeckte, dass es doch anders geht. Welche Wohltat, nicht dem Pferd körperlich oder seelisch weh zu tun, nicht gegen mein innere Einstellung handeln zu müssen. Eine innerliche Befreiung. Viele anderen folgten. Es ergab sich das Coro einen neuen Bezugsmenschen suchte. Braune Pferde fand ich immer schon schön, aber musste es denn gleich das größte aus der Herde sein? Nach ein paar Wochen machte mir seine Größe nichts mehr aus, das hätte ich selbst nicht für möglich gehalten. Sollte das Hobby „Reiten“ einfach eine Freizeitbeschäftigung für mich sein, veränderte das Zusammensein und diese Arbeit mit dem Pferd auf freiwilliger Basis mich sehr. Können Sie sich vorstellen mit einem Pferd spazieren zu gehen so wie andere Menschen mit ihrem Hund? Dabei ist die Kraft eindeutig auf der Seite des Pferdes.

 

Zu Beginn war ich etwas skeptisch, ob ich meine neu entdeckte Bewegung des Reitens für das Spazierengehen, Führarbeit mit dem Pferd aufgeben wollte. Aber ein schlechtes Gewissen machte mir auch keinen Spaß. Mit Worten kann ich das Gefühl, wenn sich ein Pferd freiwillig für einen entscheidet nicht ausdrücken. Andere hatten davon bereits erzählt, aber es selbst zu erleben ist ein wunderbar dramatisch und tief beeindruckendes Gefühl. Ich war den Tränen nahe in einem Moment in dem die Welt still zu stehen schien.

 

So gab es für mich nach kurzer Zeit des Zusammenseins, gar kein Denken mehr an Reiten im herkömmlichen Sinne. Das Zusammensein mit Coro begann für mich erstmal damit mich selbst zu entspannen, lernen loszulassen, denn ein angespannter Mensch ist für ein Pferd kein angenehmer und respektabler Partner. Die Zeit, noch so kurz, war immer für mich so intensiv, brachte mich immer ein Stück näher an mich selbst: Zu meinen eigenen Wünschen und Gefühlen, Lebensvorstellungen. Purer Genuss in der Natur auf der Mikroebene. Wie ein Urlaub! Andererseits war es immer auch Arbeit, höchste Konzentration, auf mich selbst und erst in zweiter Linie auf das Pferd. Mich forderte, als absolute Pferdunerfahrene, bereits, das Halten eines Führungsseils, der langen Gerte und das Halfter um es dem Pferd umzulegen. Oder das Führseil, die Gerte und mit dieser entsprechend Signale geben. Irgendwas verhedderte sich immer, war immer an der falschen Stelle. Alles Dinge, die ich langsam aber mit jeder Stunde oder auch trockenen Einheit zu Hause übte.

 

Daneben kamen dann die Dinge, die ich in Bezug auf das Pferd, Coro, lernte. Mein Ausdruck präzise, langsam, nicht hektisch, keine unnötigen Bewegungen. Das Pferd nimmt den ganzen Menschen wahr. Petra nannte es mal, „bewege dich wie eine Schlaftablette“, das war für mich ein wunderbares Bild. Hierunter konnte ich mir was vorstellen, ich wurde langsamer für meine Verhältnisse. Lag meiner Bewegung bis dahin viel Effizienz und Kraft zugrunde, versuchte ich mich nun ruhiger wirken zu lassen. Viel Gestik im Alltag, hier vermeidete ich sie komplett. Eine meiner Lieblingsübungen gerade zu Beginn, war das Seilwerfen während Coro mit mir im Picadero war. Häufig, war Coro schon bereit von alleine zu mir zu kommen, aber ich brauchte das Seilwerfen für mich noch etwas länger, um runter zu kommen, meine Atmung zu verlangsamen, mich in meinem Körper angekommen zu fühlen. Eine fantastische Art der Meditation ohne im stillen Kämmerlein zu sein. Sondern dieses hochkonzentrierte Bewusstsein draußen in der Natur genießen zu dürfen, mit einem Partner zusammen. Ich nahm die Natur wahr, wie durch eine Lupe, sah Blumen, Wildgräser oder ein Insekt ganz genau.

 

Erst wenn ich entspannt und gelassen war, konnte ich mich auch zu ihm wenden. Ein Seil werfen, ja das könnte man auch zuhause machen. Aber was bringt es, wenn Ihnen niemand Feedback gibt. Was sich hier zwischen dem Mensch und dem Pferd abspielt ist für mich ein sehr ehrliches und unbeschreiblich intensives Gefühl. Da mag Sie jemand, erkennt, dass Sie ein wertvoller Mensch sind und fragt nicht weiter, was machen Sie beruflich, was fahren Sie für ein Auto. Nach all diesen materiellen und gesellschaftlichen Dingen. Aber was uns Menschen wirklich ausmacht, das sind doch die innersten Werte eines jeden. Genau auf diesen Werten und auf dieser Grundlage des Vertrauens baut die Arbeit auf. Das Pferd sucht und braucht Sicherheit, die müssen wir ihm als Menschen geben. So lassen wir uns unseren eingenommen Platz nicht nehmen, auch nicht in der Arbeit mit dem Pferd. Es bedeutet ebenso Ehrlichkeit und Stärke. Ein Zurückweichen vor dem „großen“ Pferd sieht das Pferd als Schwäche an. Der Stärkere, und das müssen wir sein, bleibt auf seiner Position, bestimmt auch die Geschwindigkeit, die Richtung. Natürlich ist uns das Pferd kräftemäßig körperlich überlegen. Aber wir können planen, vorausschauen, aus vergangenem Lernen. Diese Möglichkeit hat das Pferd nicht. Es handelt aus der Situation. Zu dieser Konsequenz gehört mein Raum, der gehört mir. Wenn ich nun meinen Raum auf dem Picadero gegenüber Coro beibehalten konnte, warum nicht diesen Satz innerlich in Diskussionen anwenden um meine Position, Entscheidung beizubehalten? In Diskussionen mit Kunden, kann ich doch ebenso meinen Raum verteidigen und mir meine Entscheidung nicht einfach nehmen lassen.

 

Wenn ich in bestimmten Themen nachgebe, sehen mich anderen Menschen als nachgiebig und damit als schwachen Menschen?

Schließlich vermitteln starke, gefestigte Menschen ihre Fachkompetenz eindrucksvoller, glaubhafter.  Starken Menschen folgen Menschen lieber, ebenso wie Pferde und es sind die gleichen Gründe: Das Ausstrahlen von Sicherheit, Vertrauen,  Kraft. 

 

Während meiner anfänglichen Lernzeit mit Coro hat sich in meinem Unterrichten und Handeln, in meiner Selbstständigkeit sehr viel verändert. Ein Nein, blieb ein Nein, meine Entscheidung habe ich nicht mehr so häufig selbst revidiert. Das Anleiten wurde noch konzentrierter, gezielter und bestimmter. Das Zusammensein mit Menschen hinterfragte ich noch mehr. Akzeptiert das Pferd meinen Raum, betrachtet mich das Pferd als wertvollen Menschen an, rennt es mich nicht um und erkennt meine Signale mit seinen Reaktionen an. Wenn mich das Pferd nicht umrennt, sollten andere Menschen meine Entscheidungen genauso akzeptieren.

Sollte ich mich selbst dann nicht auch als wertvoll betrachten?  Bin ich nicht genauso viel Wert wie das Pferd? Können mich andere Menschen nicht erst als wertvoll erachten, wenn ich es selbst tue? Ebenso wie Pferde folgen Menschen auch anderen Menschen, denen sie vertrauen können, die ihnen Sicherheit bieten.

 

Die Parallelen in der Arbeit mit Pferden zu unserem Zusammenwirken mit Menschen sind immens. Dabei gilt das sowohl für das berufliche Leben wie auch das private. Echte Führungspersonen vermitteln Sicherheit und Vertrauen, sind ebenso daran interessiert das den Mitarbeitern gut geht. Ausbeute erlaubt eine echte Führungskraft nicht, sondern bietet einen sicheren Rahmen für echte Zusammenarbeit und einen respektvollen Umgang miteinander.  In einer Partnerschaft oder in der Familie haben wir individuelle Wünsche, Standpunkte, und vertreten diese oder geben sie auf. Geben wir immer nach, sind wir dann nicht der Schwächere, kann unser Partner uns als wertvollen Menschen noch sehen, wenn wir doch „eh immer nachgeben“? Das hat natürlich mit Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl zu tun und ich dachte immer das hätte ich.

 

Für mich gab es viel zu lernen, vordergründig die Technik und über das Pferd, aber vor allem an mir selbst.Wie nebenbei, begannen Veränderungen zuerst in meinem beruflichen und geschäftlichen Leben. Hatte ich früher mal, „5 grade sein lassen“, ging ich mehr und mehr dazu über, die Regeln, die ich selber aufgestellt hatte auch einzufordern. Anfangs unbewusst, später bei unangenehmeren Dingen auch ganz bewusst mit dem Hintergedanken „beim Pferd musst du das auch durchziehen um Sicherheit zu geben“.  Ich wurde konsequenter, gleichzeitig bedeutet das ja Verlässlichkeit. Andererseits wurde ich nachsichtiger mit mir selbst und noch selbstbewusster. So konnte ich mit der Zeit, egal mit welchen Gesprächspartnern geschäftlich und privat, unangenehme Dinge wesentlich einfacher ansprechen, meine Wünsche artikulieren und vertreten. Schließlich handelt es sich um mein Leben und meine Wünsche, meinen Raum. Wenn ich nicht dafür eintrete, tut es keiner.  Auch wenn ich es in der Theorie wusste, jetzt lernte ich es in der Praxis mit dem Pferd, mein Leben, meine Wünsche sind ebenso viel wert wie die meiner Kunden. Ich musste lernen mich als Mensch genauso wichtig zu nehmen wie andere, wie z.B. meine Kunden, ich habe die gleichen Rechte.Um das einzulösen und zu realisieren, musste ich zu meinen Wünschen stehen, diese vertreten. Manchmal kann das eben auch ein unangenehmes Gesprächsthema sein, wenn meine Wünsche denen des anderen entgegenstehen.

 

Hatte ich in vorherigen Ausbildungen bereits gelernt, eine klare Sprache zu verwenden, wurde mein Ausdruck nun körperlich und auch sprachlich nochmal präziser. Was will ich, was muss ich dafür tun, wie schaffe ich ein gutes Gesprächsklima um mit Klarheit zu kommunizieren, mit der jeder besser umgehen kann – das sagt und schreibt sich natürlich recht einfach. Dazu gehört Konsequenz ebenso wie Einfühlungsvermögen, Geduld und selbst ein Vorbild sein. Diese Dinge zu leben, dabei hat mir die Arbeit mit Coro, mit den Pferden, mit Petra und Klaus sehr geholfen. Auch wenn ich danach nicht gesucht hatte, bin ich umso glücklicher, dass ich diesen Weg gegangen bin.

 

Petra und Klaus lehren das und leben das auch wirklich. Ankommen am Stall ist immer ein Herzliches inklusive des notwendigen direkten runterschalten. So wird es auch immer ein Ankommen bei sich selbst, jedes Mal ein Stück Mehr.Fachlich absolut kompetent und einfühlsam für Mensch und Pferd. Mit Pferden ‚sprechen’ können habe ich hier selbst erlebt und es ist nichts übersinnliches.

 

Jede Frage wird beantwortet, in Ruhe, aller Ausführlichkeit.  Kein „das habe ich dir aber schon unzählige Mal erklärt, das solltest du jetzt mal wissen“ oder ähnliches. Im Gegenteil, beide nehmen Menschen so an, wie wir sind und sie versuchen uns dabei zu helfen das eigene Leben noch einfacher, besser, schöner zu gestalten. Sie helfen uns, da sie und das Pferd wesentlich mehr sehen, als wir von uns selbst zu wissen glauben. Natürlich haben beide unterschiedliche Stile in feinsten Facetten, aber beide haben unendliche Geduld und verlangen nichts, was nicht machbar ist.  Petra hat den emotionaleren und gibt direkten Einblick in den Pferdekopf. Klaus spricht und strahlt nochmal mehr konzentrierte Ruhe aus.

 

Meines Erachtens können von ihren unterschiedlichen Stilen sowohl wir Menschen wir auch die Pferde nur profitieren. Denn mit jedem anderen Blick- und Schwerpunkt wird ein Bild ganzer, unser Wissen und Erfahrung größer und wer ist schon jeden Tag gleich drauf. So bieten sie für jeden Tag und jede Situation den passenden Stil.-

 

Beide vermitteln Sicherheit und so sind auch ihre Pferde sind verlässliche Lehrmeister, die nie einem Menschen etwas tun würden. Das ist natürlich besonders für Anfänger wie mich eine zusätzliche Beruhigung. Schließlich ist es wie im wirklichen Leben: Es gibt nicht nur einen Ansichtspunkt. Aber für mich gibt es den, dass ich niemanden quälen muss um ein Hobby zu haben, auch kein Pferd. Sondern mit Pferden kommunizieren kann und sehr viel von Ihnen lernen kann, eine wunderbare Zeit verbringen kann und Spaß gehört auch immer dazu. Es ist meine Zeit für mich, in der ich mich erde, zu mir finde.

 

Als Erwachsener ist natürlich unser Erfahrungsrucksack vollgepackt, leider nicht nur mit guten Dingen. Wieviele dieser Dinge bestimmen dabei unser Leben, obwohl wir es uns anders wünschen würden. Sind wir heute da, wo wir gerne sein wollen? Sind wir so, wie wir es sein möchten? Wenn Sie darauf eine ehrliche Antwort möchten, dann können Sie das Lernen mit den Pferden beginnen und gewinnen Ihr Leben.

 

Uta Gotschlich

An dem Seminarverlauf habe ich nichts zu bemängeln. Ich fand ihn total gut. Besonders toll fand ich die Arbeit mit meinem Pferd Frieda. Ich habe sehr schnell erkannt wie wenig sie an Energie braucht und auch der Moment mit ihr im Picadero war sehr schön. Ich habe gelernt wie ruhig ich sein kann und Frieda darauf reagiert. Das Seminar war sehr toll und ich bin sehr dankbar, dass ich daran teilnehmen konnte. Ich war auch oft fast am weinen, da es einfach so schön war solche Momente erleben zu dürfen.

Vielen Dank!

 

Jasmin Ohlow

Liebe Petra

 

Es war ein traumhafter Tag mit vielen, interessanten und eindrucksvollen Erfahrungen! Deswegen würde ich gerne den Tag als GANZES beschreiben und nicht nur das Seminar. Ich habe den Hof bisher 2-3 mal besucht – und es ist jedesmal wie eine Auszeit vom Alltag. Egal bei welchem Wetter, dort draußen fühlt man sich irgendwie frei,kommt zur Ruhe und genießt die Natur und Pferde – und die Stimmung.Die Willkommensrunde an dem großen Tisch war herzlich und unkompliziert – und ich habe mich gefreut, einfach Teil von dem Ganzen zu sein.

 

Klaus hat mir viele Fragen beantwortet – und es wurde ein interessantes Gespräch daraus – das zum Nachdenken angeregt hat auf vielen Ebenen. u.a. über sich selbst, über Erziehung, den Umgang mit seinen Mitmenschen, Werte im Leben etc. Ich mag das sehr, wenn ein Gesprächspartner offen ist, Fragen stellt, zuhört und selbst erzählt – Denkanstöße gibt, aber ohne Druck. Im Mittelpunkt stand dann die „Kommunikation mit den Pferden“ – und das war eine unvergessliche Erfahrung für mich. Ich hätte Ewigkeiten dort stehen können – und mir dieses Schauspiel angucken können. Das Zugucken und Beobachten war mindestens genauso beeindruckend wie das eigene Erlebnis mit dem Pferd. Die Kommunikation ist eigentlich so einfach - und dann doch wiederum nicht…Ein-zweimal habe ich vielleicht wirklich an nichts (mehr) gedacht – war nicht abgelenkt von den Zuschauern, wollte keinen Eindruck machen und bin bei mir gewesen – und unmittelbar habe ich eine Reaktion von dem Pferd bekommen – ein freiwilliges auf mich Zukommen und Interesse an meiner Person, was Neugieriges, sehr Schönes. Ich musste fast lachen – (auch über mich selbst), was mich immer mehr freut, da darin nicht so meine Stärke liegt… und es hat mich richtig emotional berührt.Die Auswertung der Messdaten und das Gespräch waren sehr positiv – aber irgendwie sekundär an dem Tag. Irgendwie habe ich ja gespürt, dass ich glücklich bin, entspannt und berauscht von Eindrücken… Somit will ich einfach DANKE sagen für ALLES, was ich an diesem Tag erleben durfte! Und ich freue mich auf Wiedersehen!

 

Alessa Aigner

Liebe Petra, lieber Klaus!

 

Bevor bald die erste Prüfung ansteht, möchte ich mich bei euch von Herzen für die letzten Monate bedanken. Die Arbeit am Stall und das Lernen mit euch und den Pferden macht mir jeden Tag auf’s Neue viel Spaß!

 

Mit Nemona habe ich eine geduldige, erfahrene, freundliche Lehrmeisterin gefunden, deren Vertrauen ich mir langsam erarbeite. Geduld gehört zu den Dingen, die man als Erstes bei euch lernt. Die Reaktionen des Pferdes nicht zu werten, ist am Anfang auch nicht so einfach. Überhaupt werden viele Dinge, die wir Menschen in der westlichen Welt so verinnerlicht haben, auf den Kopf gestellt: nichts erwarten, nichts wollen, sich nicht mit anderen vergleichen, kein Leistungsdruck, Loslassen, den Kopf leer bekommen, im Hier und Jetzt sein und bei all dem locker bleiben (für mich die größte Herausforderung). Der Anfang hält eh’ einige Herausforderungen bereit: souverän mit Seil und Fahrpeitsche hantieren, dabei das Pferd und seine Reaktionen nicht aus den Augen lassen, Position zum Pferd überprüfen, die Führhand bleibt hinter dem Körper, den richtigen Abstand zum Pferd finden, sich nicht treiben lassen, aber auch nicht gelangweilt über den Platz schlurfen, und so weiter und so fort.

 

„Mit Pferden lernen“ wirft vom ersten Moment an so einige Fragen auf - man kommt sich selbst näher, seinem wahren Selbst - einem Selbst, dass vielleicht schon ein wenig verschüttet ist, das in den Jahren immer mehr untergegangen ist, das man zum Teil bewusst, zum Teil unbewusst versteckt (weil man damit aneckt, weil man anders ist, weil man dazugehören will, nicht auffallen möchte, weil anders sein anstrengend ist, … )  Das Pferd aber zwingt Dich von der ersten Stunde an, über genau diese unbequemen Fragen nachzudenken. Einige meiner Frage waren: „Wieviel Raum nehme ich eigentlich ein?“ - „Bin ich zur Zeit ich Selbst, oder spiegle ich nur die anderen?“ - „Weiß ich was ich will, oder mache ich mehr Dinge, die von mir gewollt werden?“ - „Bin ich selbstbewusst genug?“ - „Kann ich andere anführen?“ - „Welchen Stellenwert haben meine Träume und Wünsche?“ 

 

Klaus hat bei unserem ersten Gespräch gesagt, dass die Jahresschulung im wahrsten Sinne des Wortes eine ENTWICKLUNG ist, dass man sich langsam wieder auswickelt, zu sich Selbst zurückfindet. Ich denke, die ersten Ansätze davon habe ich schon gespürt - und es ist ein schönes Gefühl … nicht immer einfach, zum Teil sehr unbequem, man muss an sich arbeiten, Kritik einstecken (von Mensch und Pferd) und fühlt sich manchmal sehr klein, sehr unwissend und sehr „am Beginn eines langen Weges“. Aber für all das, was so schwierig und am Anfang fast unmöglich erscheint, wird man tausendfach entschädigt in dem Augenblick, in dem sich das Pferd zum ersten Mal Dir zuwendet, Interesse an Dir zeigt, auf Dich zukommt, Dich anschaut und Dir schließlich ohne Seil, ohne alles, folgt. Diese Augenblicke sind einfach magisch … Glücksgefühl pur … Stolz und Freude … das Herz weitet sich und ich bin einfach nur glücklich!


Und ich spüre, ich bin auf dem richtigen Weg, er ist vielleicht etwas steinig und steil und manchmal ziemlich holprig, aber ich weiß mit jedem Tag sicherer, dass ich ihn gehen will, dass er mich näher zu mir Selbst bringt, mich glücklich und zufrieden macht und das Pferd an meiner Seite hoffentlich auch!

 

Euch Beiden vielen Dank dafür, Aline Aigner

Hallo Petra, 

 

die letzten Tage haben mich wieder viel bewusst werden lassen im Hinblick auf Coronado und mich.Es ist schon der Wahnsinn wie schnell man alles für selbstverständlich nimmt wenn es mal eine Zeit lang gut läuft. Man denkt gar nicht mehr daran was für ein langer und harter Weg es bis dahin war und wie viel sich eigentlich schon verändert hat. Stattdessen sieht man immer nur die Dinge, die noch nicht so funktionieren wie man es gern hätte und vergisst was man eigentlich schon alles erreicht hat.

 

Die letzten Tage, ganz besonders das Seminar am Samstag haben mich das sehr intensiv fühlen lassen. Ich habe gemerkt das es keineswegs selbstverständlich ist was Coronado und ich inzwischen erarbeitet haben. Es war total interessant zu sehen wie unterschiedlich er bei anderen Personen reagiert und das er sehr wohl unterscheidet mit wem er es gerade zu tun hat. Zu sehen das er bei manchen sogar total abblockt und gar nicht mitarbeitet hat mich erkennen lassen wie großartig er sich mit mir gemeinsam entwickelt hat.

 

Mit der Gruppe auszureiten waren mit die schönsten Tage die ich mit Coronado bisher erlebt habe. Zu sehen wie entspannt und zufrieden er durch den Wald läuft und was für einen Spaß er dabei hat war einfach wundervoll. Ich wusste das er mir zuhört und das ich mich auf ihn verlassen konnte, genauso wie er sich auf mich verlassen konnte. Wenn er unsicher wurde musste ich nur mit ihm sprechen um ihn wieder zu beruhigen. Das er so ein tiefes Vertrauen in mich hat war mir bis dahin auch nicht so bewusst gewesen und es war einfach ein unheimlich intensives Glücksgefühl. 
 
Wenn ich daran zurück denke wie es vor einem Jahr ausgesehen hat und wie es jetzt aussieht habe ich schon mehr erreicht als ich mir damals erträumt hätte.Ich sehe immer nur das was nicht klappt, will immer noch mehr und noch besser sein, dabei ist schon so verdammt viel passiert! Ich habe begriffen nicht immer noch mehr haben zu wollen, nicht immer so große Erwartungen zu haben, sondern einfach zufrieden zu sein mit dem was ich schon erreicht hat.

Natürlich will ich in der MPL Arbeit gut sein und auch besser werden und ich weiß das ich noch eine ganze Menge lernen muss aber es ist auch wichtig nicht zu vergessen was ich schon alles erreicht habe und was sich inzwischen alles entwickelt hat. Das Seminar hat mich daran erinnert und mir wieder klar werden lassen nicht so viele Erwartungen zu haben und mir nicht ständig diesen Erfolgsdruck zu machen. Stattdessen bin ich glücklich über das was ich sich bei Coronado und mir bereits alles verändert hat und freue mich auf das was noch alles kommen wird.

 

Josie Krüger

Hallo Ihr Zwei,  allerdings besonders Petra :-) 

 

Es war für mich ein unglaublicher Tag, an dem ich zwar körperlich und geistig ermüdet war aber mit völliger Zufriedenheit und Ausgeglichenheit nach Hause gefahren bin. Ich kann das 1. Mal behaupten, dass ich über eine längere Zeit das „hier und jetzt“ erlebt habe, denn ich musste, um mich auf Kaskaya einzustellen. Dies war trotz der Anstrengung für mich eine kleine Auszeit aus dem wirklichen Alltag – war Kurzurlaub für meine Seele. Auch die Kommunikation, die ich mit Kaskaya führen konnte, war für mich ein unglaubliches Gefühl, was ich bis dahin noch nicht so wahrgenommen habe bzw. mir oft auch nicht zugestehe. Spannend war auch zu erleben, wie Chanel an diesem Abend auf meinen „Zustand“ reagiert hat. Sie war offen, kam sofort, ging sofort frei mit mir aus dem Stall ins Gelände und reagierte auf alles was ich tat sofort und ich hatte einfach das Gefühl von großer Freude.
 
Das ist das was ich lernen will! Danke Kaskaya, ich hoffe, dass ich Dir auch ein Stück Freude bereiten konnte. Danke auch an Petra, die mich an diesem Tag begleitet hat.
 
Viele Grüße Marion Högg

Hallo Ihr Zwei,  allerdings besonders Petra :-) 

 

Danke für diese Erfahrung heute.........diese Ruhe.........diese Zeit. Zeit einen Moment einfach genießen, es fließen lassen, nicht gleich zur Arbeit oder Übung schreiten. Eine Gelassenheit, die ich so richtig in mir aufnehmen konnte und durfte. Karusos Ausdruck war die pure Belohnung. Er hat ein so schönes Gesicht, so viel Liebe, die er ausstrahlt und es fällt mir ja total schwer Gefühle zuzulassen, zu geben oder zu nehmen, aber heute bekam ich eine Idee davon. Und der Druck war weg. Ich spürte keinen Druck, während der ganzen Zeit. Und da bin ich wieder an dem Punkt, den ich irgendwann schon mal beschrieben hatte: Willenlos sein, ein Zustand den wir in dieser Zeit nur erreichen, wenn wir total fertig sind, ausgelaugt  und leer wie eine Patronenhülse. Es war schön. Und ich habe zwischen mir uns Karuso einen Funken Liebe und Zuneigung gespürt und diesmal nicht als Wort sondern als Gefühl...........und es ist zum Heulen schön...und das tue ich jetzt mal ganz ausgiebig für mich allein. 

 

Danke und liebe Grüße Angela Wunderlich

Liebe Petra, lieber Klaus,

 

ich wünsche Euch alles Gute für das Neue Jahr 2014, Glück, Gesundheit und Zufriedenheit und viele schöne Momente! Angela und Rüdiger waren bei uns über die Weihnachtstage - Angela und ich haben die Vormittage genutzt und intensiv mit Caper gearbeitet. Da ich immer noch schlecht zu Fuß bin, haben wir uns auf den Reitplatz begeben und dort an der Hand gearbeitet. Unter Angelas kritischen Augen konnte ich einen sehr ruhigen, entspannten Caper begrüßen, was für uns eine Überraschung war. Dann musste ich meine Führarbeit zeigen. Dabei kamen viele kleine Ungenauigkeiten und Nachlässigkeiten meinerseits hoch, die mir gar nicht so bewusst waren. Am ersten Tag wurde mir das Pony deshalb schnell aus der Hand gewunden, und Angela hat selbst mit ihm daran gearbeitet, dass die Ecken richtig ausgeführt werden, dass fleissig vorwärts gegangen wird, dass nicht über die Schulter gedrängelt wird und so weiter. Für mich war es sehr hilfreich, nochmal zu sehen wie man geschickt voraus reagiert. Am nächsten Tag war ich dann wieder an der Reihe, und am letzten Tag konnte ich schon ganz selbständig arbeiten. Ein wichtiger Punkt war auch die Einladung zum Handwechsel, bei der Caper immer gestockt hat, weil ich die Hände zu hoch genommen habe und mit Strick und Peitsche ungeschickt in der Luft herumgewurstelt habe. So habe ich eine ganze Reihe von Hausaufgabe mitbekommen, und arbeite mit Caper jeden zweiten Tag auf dem Reitplatz, dazwischen habe ich die freien Tage genutzt um lange Spaziergänge zu unternehmen. Caper macht einen sehr zufriedenen Eindruck, und er wendet sich mir viel öfter und freundlicher zu als je zuvor. 

 

Alle diese Erkenntnisse konnte ich bei Sheila auch anwenden, und meine ganze Handhabung deutlich verfeinern. Dazu haben wir natürlich auch schöne Ausritte und Spaziergänge unternommen, und die ruhige Zeit zwischen den Feiertagen sehr genossen. Das Wetter war frühlingshaft mild und zeitweise sehr sonnig, einfach wunderbar. Ich bin so froh, daß ich Euch kennengelernt habe und durch Euch eine ganz neue Welt des Verständnisses für die Pferde erleben darf. Gleichzeitig erschreckt es mich, wie viele Jahre verschwendet wurden. Aber es ist noch nicht zu spät, und ich bin dankbar, auch nach vielen Reiterjahren noch so viel Neues erfahren zu dürfen. Es ist viel Ruhe und Gelassenheit eingekehrt. Zwischendurch gerate ich zwar immer mal wieder in Phasen der Anspannung, bei denen ich mich selbst auch unter Leistungsdruck setze, aber ich kann mich daraus auch wieder befreien, ohne in eine Abwärtsspirale zu kommen. Ich freue mich, diesen Weg beschritten zu haben, und freue mich auch auf das was vor mir liegt. 

 

Außerdem wird mir immer mehr bewusst, wie unklar und inkonsequent ich war bzw. bin, alles läuft nur wischiwaschi ab, mit vielen "Vielleicht" und "Eventuell". Das ist nicht nur in der Arbeit mit den Pferden ein Problem, sondern auch mit den Kollegen im Büro. Schließlich soll ich hier wie dort Führungsaufgaben wahrnehmen, schaffe es aber noch nicht einmal mich klar abzugrenzen, klar zu formulieren und auch mal souverän durchzugreifen ohne gleich ärgerlich zu werden. Hier liegt noch ein weiter Weg vor mir, aber die ersten Schritte habe ich schon getan. Wie gut, daß mir täglich der Spiegel vorgehalten wird!

 

Herzliche Grüße aus Springe von Anne Ertel, Sheila und Caper.

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